16.11.09

Krankheitsvertretung

Bin krank - Erkältung übers Wochenende gepflegt (nein, nicht das, was man sofort denken würde).
Netterweise hat sich Graf Zahl bereit erklärt, einzuspringen.




Was?! Der will doch nur zählen! Was ihr mal wieder denkt...

11.11.09

Ist es vorbei?

Kann man wieder den Fernseher einschalten, ohne das einem ein c bis d Prominenter mit seinen Erinnerungen, einem sentimental-kitschigen Doku-Dramas oder ein Privatsender mit vollkommen belanglosen und z.T. falschen Informationen zum Mauerfall in Berlin ins Gesicht springt?
Natürlich ist der 9. November ein wichtiger Teil der deutschen & globalen Geschichte, ein Tag an dem aus Schabowskis Ausrutscher mit dem berühmten „Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich“ glücklicher Weise ein friedvolles Öffnen der Grenze wurde. Und ja, das man 20 Jahre später daran erinnern will, ist verständlich.Aber proportional zur Bedeutung des Datums für die BRD ist, zeigt sich die Belanglosigkeit der Fernsehlandschaft, die in den letzten Tagen Stunden von Sendezeit dem Thema gewidmet haben.

Natürlich lag der Fokus der meisten Sendungen auf den Emotionen: Wo waren Sie am 9.11.? Was haben Sie gefühlt? Was denken Sie heute? Waren Sie auch als erstes im Beate Uhse Shop am Bahnhof Zoo? Und schmeckte die Banane? Analysen und Sachlichkeit waren fast gänzlich auf die öffentlich-rechtlichen Sender und deren Untersender verbannt, die sich aber eine gewissen Prise Gefühl nicht entgehen lassen wollten. Z.B. das Dokudrama „Schabowskis Zettel“, welches den 9.11. neben Interviews mit Schabowski selbst, mit Gerhard Lauter, der den Zettel schrieb, mit den Grenzsoldaten der Bornholmer Straße und ein paar Journalisten auch Berichte von eines Ostberliner Ehepaars und eines Westberliner Studenten enthielt. Soweit so gut, aber: „ Dokudrama - umgesetzt im Stil der US-Serie "24" - verfolgt mehrere Protagonisten über die entscheidenden Stunden jenes historischen Tages“ schient zu bedeuten, dass man kitschig-schlechte Musik zu Szenen der Ruckelbühne Föhr zeigt. Der Ansatz war vollkommen in Ordnung, aber anscheinend war das Budget für die Spielszenen dann lieber für das Honorar für Tom Brokow eingesetzt. Das Resultat war dementsprechend gemischt – recht gute Interviews die zwar auch auf Gefühle ausgelegt waren aber dennoch guten und informativen Inhalt hatten, aber durch wenig ausgefeilten Dramateil untergraben wurden.

Das ZDF konnte mit Guido Knopp wieder ihren Haus und Hof Historiker vorzeigen, der, egal wie umstritten er in Fachkreisen ist, wenigstens im Vergleich zu den Privat Kollegen sich auf Sendungen vorbereitet.
Während die RTL Gruppe so geniale Sendungen wie „Ätsch Genossen!“ (so was wie die lustigsten Fluchversuche aus der DDR) präsentierten, schoß Prosieben den Vogel mit einem Beitrag in Taff zu „Was wissen die Deutschen über die DDR?“ ab nach der Frage „Wie lang war die innerdeutsche Grenze?“ – die Antworten inklusive der von Taff waren allesamt falsch, denn die bezog sich auf die Grenze um Berlin (ca. 170km) und nicht auf die gesamte (ca. 1300km) – kam die Frage, ob Ossis oder Wessis öfter Fremdgehen… Ohne Kommentar.

Die Banalisierung des Mauerfalls zur persönlichen Anekdote macht interessanter Weise auch vor dem Ausland nicht halt (oder ist da der Ursprung für die Entwicklung der oberflächlichen Reportagen im dt. TV): Ich übergebe das Wort an Jon Stewart:

The Daily Show With Jon Stewart
Mon - Thurs 11p / 10c
Legends of the Wall
www.thedailyshow.com

Daily Show
Full Episodes

Political Humor
Health Care Crisis



Am Ende habe ich ein etwas schlechtes Gewissen ob ich nicht Unrecht tue (vor allem, wenn ich die Daily Show hier aufnehme, die sich selbst als Comedy versteht): Ich habe bei weitem nicht alles gesehen, was zum Zwanzigsten im Tv lief und gebe dementsprechend meinen Eindruck der aufgenommenen Sendungen wieder.
Da ich aber zur Zeit viel von zu Hause arbeite und dadurch mehr TV sehe, kommt mir das kalte Graußen, wenn ich sehe mit welchen belanglosen Material die Sender den Tag füllen: „Mitten im Leben“(RTL), „Reality Affairs“ (Pro7), „Kallwass“ (Sat1), „Frauentausch“ (RTL2) etcetc. Und selbst die „Wissensmagazine“ wie „Galileo“ und „Wunderwelt Wissen“ haben weniger Gehalt als eine „Sendung mit der Maus“ oder klauen sich ihre Beiträge bei anderen Sendungen (schön zu sehen, das Galileo auch die Mythbusters sieht).

Wenn sich dann diese Haltung zur Banalität auf die Nachrichten auswirken, finde ich das mehr als fragwürdig. Ein guter Bericht, der manchmal auch etwas befangenen Sendung ZAPP, fast meine Bedenken besser (recherchiert) zusammen als ich das (aus dem Handgelenk) könnte: Wenig Aufklärung - Journalisten ohne Haltung und Ahnung
Das schöne am bloggen ist, das man mal einen Wortschwall ablassen kann, den man nicht recherchemäßig untermauern muss… und man sich dementsprechend dem Vergehen selbst schuldig macht, das man gerade bemängelt.

05.11.09

Guy Fawkes Night



Remember, remember the fifth of November
The gunpowder treason and plot.
I see no reason why gunpowder treason
Should ever be forgot.


Guy Fawkes, Guy Fawkes, twas his intent
To blow up King and Parli’ment.
Three score barrels were laid below
To prove old England’s overthrow.


By God’s mercy he was catched
With a dark lantern and lighted match.
Holler boys, holler boys, let the bells ring
Holler boys, holler boys, God save the King.

Es ist mal wieder soweit - einer der Feiertage der kuriosen Sorte. Wer feiert schon regelmäßig, das vor 404 Jahren der Plan einiger Leute misslang, ein Staatsoberhaupt nebst dem gesamten Parlament und den umliegenden Viertel in die Luft zu jagen. (Siehe Clip aus einer Doku von 2005 - Explosion um die 3min Marke)
Passend dazu beendeten Alan Moore und David Lloyd vor 20 Jahren - nach drei Jahren Pause - 1989 "V for Vendetta", dessen Hauptfigur V sich ja die Figur des Guy Fawkes als Maske auswählt. Einen knappen aber recht guten Überblick inklusive dem schwächeren 2006er Film gibt Newsarama.

31.10.09

Platz 1: Mörderspinnen

Ohkay, kommen wir zum Schandfleck dieser Liste...
Spinnen sind nicht meine Freunde - Ursprünglich eine echte Phobie, dann eine mittlere Vendetta gegen jedes Vieh, das in meine Nähe kam und jetzt eher Toleranz mit gelegentlichem Zuschlagen wenn sie zu nahe kommen.
Irgendwann in den 80ern war mein Cousin zu Besuch und auf dem Ersten lief diese Perle aus William Shatners Oeuvre:



Damals hat mich der Schinken echt in Angst und Schrecken versetzt - ich hab noch die nächsten Wochen jede Gelegenheit genutzt, Spinnen platt  zu hauen - aber heute... ich habe keine Ahnung, wo ich da anfangen soll. Der Trailer zeigt alles, was diesen Schinken so herrlich unterhaltsam schlecht macht. Storytechnisch nix besonderes: Eine US-Kleinstadt wird von mutierten Vogelspinnen überrannt, der Captain verbarrikadiert sich mit der üblichen Gruppe für solche Filme (das Kind, die Freundin, das Rentnerpaar und 2-3 Statisten) in einem Haus, nur um an Ende zu entdecken, dass sie eingesponnen wurden.
Der Film gehört zu den Natur-übt-Rache Filmen der 70er und 80er (wie auch Piranha oder Frogs - Killer aus dem Sumpf), macht die Sache aber auch nicht besser.
Es ist schon grandios, wie große die Panik der "Schauspieler" vor den Spinnen ist, die sich eher mit gemächlicher Gangart vorarbeiten (wenn sie nicht gleich ganz aus Gummi sind). Warum auf die Viecher schießen, wenn man bequem drauf treten kann? Außerdem bin ich zwar kein Arachnologe, aber sind Vogelspinnen nicht eher aktive Jäger als Netzbauer? Vielleicht sollte man sich auch nicht zu viele Gedanken machen. Grandiose Unterhaltung, die eigentlich nur noch durch einen Film überboten werden kann

30.10.09

Platz 2: Der Fluch - The Grudge

Holy fudgin Christ... Dieses(wortwörtlich)verfluchte Blag!
Über die Jahre (und auf jeden Fall seit Gremlins) habe ich viele Horror gesehen - von Slasher zu Monster zu Psychofilmen. Scream, Evil Dead 1-3, Freddy, Leprechaun, was weiß ich nicht noch. Aber Der Fluch?! *Schüttel* Der Film hat bei mir genau die richtigen Knöpfe gedrückt, und dass obwohl er nicht einmal sonderlich gut ist.

Wie so vieles aus Japan ist J-Horror eine besondere Art Gruselfilm: Sehr mit der Mythologie des Landes verbunden und mehr auf Psychohorror gemünzt - oder zumindest in den Paar Filmen ( z.B. Ring, Dark Water) die ich mir angesehen habe und das werden nach dem Fluch auch nicht mehr werden.
Kurzinhalt: Eine aus Eifersucht ermordete Frau kehrt als Yūrei zurück und tötet jeden, der das Haus betritt in dem sie starb. Freundlicher weise wird sie von ihrem Sohn begleitet, den der Vater ebenfalls um die Ecke gebracht hat. Beide kündigen sich durch ein "TodesRasseln" an, das klingt als würde man trocken Gurgeln. Allein das Geräusch reicht aus, mir jetzt noch einen Schauer über den Rücken zu jagen. Selbst bei vollem Tageslicht hab ich den Film nur stückweise sehen können. Wenn selbst Sarah Michelle "Buffy" Gellar nicht schafft, den Film zu überleben, was soll ich denn dann sagen?
In einer Szene erscheint der Junge unter der Bettdecke eines Opfers zu reißt sie ins nichts... man, ich hab die Nach lieber auf der Decke geschlafen.
Deswegen darf auch jeder gern selbst nach Trailer und Bildern googeln, mir reicht schon die Gewissheit, dass ich heut nacht wieder nicht schlafen kann.

Platz 3: Blair Witch Project


Realistisch gesehen lebte der Film vom Hype drumrum, vielleicht in den Staaten noch mehr als in Deutschland. Schließlich ist das bedrohlichste, was man in den knappen 90min zu sehen bekommt, das da oben - ein Strichmännchen im Wald.
Die Idee, ein Horror Film als Dokumentarfilm zu erklären war nicht neu, funktionierte in  diesem Fall als Improvisationstheater eigentlich ganz gut. "Eigentlich" , weil er immer noch die Meinung spaltet. Ohne jegliche besonderen Effekte und mit einer stänig unsichtbaren Bedrohung muss man sich schon drauf einlassen, sonst ist er wirklich recht langweilig und bietet sonst nur als Höhepunkt die Nahaufnahme von Schnoddernasen.
Das die Hexe von Blair County doch einen langwierigen Eindruck auf mich hatte liegt wohl an einem besonderen Umstand: Ich bin ein Stadtmensch! Man kann mich im tiefsten Marzahn oder Harlem aussetzen - kein Problem. Aber allein im Wald - und dann noch im Dunkeln - nee Danke.
Nach dem Film durfte ich dann auch noch von Hameln über Ottenstein durch den wilden Forst der Hochebene fahren, als Beifahrer die längste Zeit nicht unbedingt positive Gedanken.
Naja, mittlerweile ist es nicht mehr sooo spannend - zum einen ist die Novelität abgeklungen und der Regie-Kommentar ist einfach zu herrlich albern.

 

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